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Mit jedem Stück Software entsteht ein Stück Wirklichkeit.
Zunächst mal für die, die daran arbeiten. Und dann für die, die damit arbeiten, spielen oder sie sonstwie benutzen.
Ich habe diesen Gedanken in verschiedenen Artikeln (kurz und bündig in “Das Wirklichkeitslabor”) und im Detail in meinem Buch “Medien.Design.Wirklichkeit” ausgeführt.
Hier möchte ich kurz darstellen, welche Methoden ich im Mediendesign einsetze, um Schritt für Schritt eine neue Wirklichkeit enstehen zu lassen.

  1. In einem Brainstorming werden sich Kunden und das Entwicklungteam über die Zielsetzungen und Rahmenbedingungen einig und entwickeln eine gemeinsame Vision.
  2. Durch eine Analyse des Anwendungsbereiches und bestehender Produkte (Konkurrenzanalyse) verschafft man sich Überblick.
  3. Ein Konzept arbeitet zentrale Begriffe, Objekte und mögliche Metaphern heraus, mit denen man die Benutzerinteraktion leiten kann. Das ist vor allem für die interne Kommunikation wichtig.
  4. Im Konzept können Nutzungsszenarien enthalten sein, die typische Interaktionen des Benutzers mit dem zukünftigen System beschreiben. Diese Beschreibung wird am besten mit Screen-Skizzen illustriert.
  5. Bevor die Entwicklung beginnt muß im Rahmen von Reviews ein intensiver Diskussionsprozeß stattfinden. Spätestens jetzt sollten zukünftige Anwender ins Projekt geholt werden. Jede nachträgliche Änderung wird teuer.
  6. In einem Produktionshandbuch werden schließlich die Site- oder Anwendungsstruktur, jede einzelne Seite und alle Interfaceelemente (Menüs, Buttons etc.) detailliert beschrieben. Das Aussehen wird durch Musterscreens festgelegt. Nach und nach werden die endgültigen Texte eingearbeitet.
  7. In der Phase der Produktion zeigt sich, ob es gelungen ist, eine gemeinsame Vision von der zu schaffenden Software zu erzeugen. Alle schriftlichen Dokumente sind wertlos, wenn das Team keine gemeinsame Sichtweise und keine gemeinsame Sprache gefunden hat.
  8. Beim Testing können nur mehr Feinabstimmungen erfolgen. Usability-Testing ist natürlich getrennt von System- und Komponententests durchzuführen.

Der Erfolg einer Software entscheidet sich lange bevor die Produktion beginnt. Erfolg ist vor allem eine Frage der richtigen Zielsetzungen.
Das zentrale Kriterium besteht darin, den zukünftigen Raum des Benutzers, seine Bedürfnissse und Interessen vorwegzunehmen und zu treffen. Ob Website oder Software, jedes Medium muss seine Nutzer so gekonnt umhüllen wie ein komfortabler, attraktiver Raum einen Bewohner oder Besucher aufnimmt.